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Kritikschnipsel

Aus den Kritiken der letzten 10 Jahre

[…] Enthusiastisch zeigt sich das gesamte Ensemble der Theatergruppe und ist bei mancher Darstellung der Akteure so überzeugend, dass gelegentlich das Lachen im Halse stecken zu bleiben droht.

(KN zur Premiere von Gretchen 89ff.)

[…] Die Kapitalismuskritik, die Autor Richard Dresser auch in sein Stück gelegt hat, wird nicht agitatorisch ausgeschlachtet, sondern scheint unaufdringlich durch ein Beziehungsspiel, das seine Wirkung nicht verfehlt. Kompliment an alle Beteiligten.

(KN zur Premiere von Unter der Gürtellinie)

[…] Das könnte ganz schön platt sein. Ist es aber nicht in der kurzweiligen Inszenierung von Esther Kaun, die mit den Emotionen der Zuschauer Achterbahn fährt.

(KN zur Premiere von Creeps)

[…] Die bitterböse Geschichte über gelangweilte Egozentriker in einer Pseudo-Märchenwelt setzte das Kieler Amateurtheater hEXagon auf der Bühne der Hansastraße 48 recht unterhaltsam in Szene.[…]

(KN zur Premiere von Prinzessin Nicoletta)

[…] im Quintett sind die Frauentypen unschlagbar komisch, perfekt im Timing und setzen die vielen überraschenden Regie-Einfälle mit sprudelnder Spielfreude um.

(KN zur Premiere von Babewatch)

[…] Das Licht beleuchtet eine Szenerie, die nach Erlösung dürstet. Aber sie kann, gewissermaßen impotent, »nicht kommen«. Darin kommt ein Theater zu sich, das man selten so unbedingt sieht.

(KN zur Premiere von Beyond Mozambique)

Voll von solchen Zitaten ist diese Inszenierung, die Spaß macht, weil sie den Ernst der Lage im Slapstick karikiert.

(KN zur Premiere von König Ubu)

Die Möwe

Konstantin und Nina Die Möwe
… von Anton Tschechow.

Medwedjenko liebt Mascha, Mascha liebt Konstantin, Konstantin liebt Nina, doch Nina liebt Trigorin, der mit Irina liiert ist, die niemanden liebt als sich selbst.

Dieser Reigen aus unerwiderten Sehnsüchten und Leidenschaften ist das zentrale Thema in Anton Tschechows Bühnenstück, »Die Möwe«. Eine Clique Mittdreissiger trifft sich in einem Theater, um einem Stück zuzuschauen, das Konstantin, ein hoffnungsvoller Jung-Dramatiker, verfasst hat, um damit Nina, die er liebt, zu beeindrucken. Doch das Stück fällt durch und Nina wirft sich dem bereits etablierten Schriftsteller Trigorin an den Hals.

Moewenfoto

Damit sind die drei Hauptthemen des Stückes angeschlagen. Theater, Literatur, Liebe. Die Menschen in Tschechows Stück, die »Generation X« des 19. Jahrhunderts, suchen, irren, leiden und hoffen. Sie alle sind auf der Suche nach ihrer Identität, ihrer Bestimmung oder reflektieren nur ihr unbefriedigendes Dasein. Sie reden ununterbrochen über ihren Lebenskummer, ohne sich aus ihren Verstrickungen befreien zu können, sondern brechen höchstens unter der Last ihrer Probleme zusammen. Sie alle leiden an einer Leere, die nur kleinliche private Querelen oder betäubende Liebeleien kennt.

Das wäre von unerträglicher Tragik und Lamoryanz, wenn nicht Tschechow durch seinen ganz aus Feinheiten, Anspielungen und Unausgesprochenem bestehenden Dialog, durch seine Distanz und Ironie zu den Figuren, das Komödiantische dieses grotesken Stillstandes deutlich machte.

Regie: Stefan Schwarze und Mitschi Jacobi

Kritik zur Premiere (KN 21.10.2002)

Termine

Die Möwe ist mittlerweile abgespielt. Die Premiere fand am 18. Oktober 2002 in der Hansastraße 48 statt, weitere Aufführungen gab es im Oktober und Dezember neben der Hansastraße auch im Sechseckbau des Studentenwerks und am 17. Januar 2003 im Café Knarrpanti in Eckernförde.